Förderung sozialer Kompetenzen

 

Wir möchten unserem Erziehungsauftrag in dem Maße nachkommen, die Kinder zukunftsfähig zu machen, indem sie lernen, sich in eine Sozialstruktur einzuordnen, Konflikte fair auszutragen und angemessen mit Kritik und Anforderungen an sie umzugehen.

 

So führten wir 2003 unsere Projektwoche „Gemeinsam sind wir stark - Miteinander statt Gegeneinander” durch, die wir regelmäßig wiederholen.

 

Wir stellten uns aus verschiedenster Literatur ein Konzept zusammen, dass die für uns wichtigsten Inhalte enthielt und uns mit unseren Kindern als umsetzbar erschien. Jede unserer Kolleginnen und auch die beiden Lehramtsanwärterinnen planten anschließend ein Angebot im Detail und führten dies mit allen Gruppen durch. So konnten anschließend alle Kinder auf die gleichen Erfahrungen und Lerninhalte zurückgreifen. Alle Kinder der Schule wurden dazu in altersgemischte Gruppen eingeteilt und durchliefen alle nach einem unterschiedlichen Zeitplan die gleichen Angebote. Für die altersgemischten Gruppen entschieden wir uns, da dies der realen Situation auf dem Schulhof näher kommt als der Klassenverband. Im Nachhinein hatte dies den zusätzlichen Effekt, dass viele Kinder sich besser kennen lernten und altersgemischte Bekanntschaften entstanden.

 

Inhaltlich hatten wir in der Projektwoche zwei Schwerpunkte. Einerseits wurden die Kinder sowohl für ihre eigenen Gefühle und Empfindungen als auch für die der anderen sensibilisiert. Sie erlebten, dass jeder anders Mensch empfindet und das Recht darauf hat, dass andere dies respektieren. Sie probierten außerdem Möglichkeiten des Aggressionsabbaus aus und trainierten, mit Provokationen umzugehen.

 

Andererseits übten wir mit den Kindern ein konkretes Verhaltenstraining zur Schlichtung von Streitigkeiten ein. Sie erfuhren, dass Streiten zum täglichen Umgang dazu gehört, dass es aber angemessene Formen gibt Streitigkeiten zu lösen.

 

Als wichtiges Element, einen Streit zu vermeiden, ist hier die „Stopp-Hand”-Regel zu nennen, die allen Kindern nahe gebracht und eingeübt wurde:

 

Die Stopp-Hand-Regeln

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  • Ich sage laut und deutlich „Stopp” wenn mir jemand zu nahe kommt, wenn ich mich bedroht fühle oder wenn mir etwas zu viel wird.
  • Wenn jemand die Stopp-Hand benutzt, beachte ich diese Grenze und höre auf.
  • Das Stopp-Zeichen darf ich nur dann geben, wenn ich selbst die anderen Kinder nicht geärgert habe
  • Wenn ein Kind die Stopp-Regeln missachtet, ziehe ich eine Lehrerin hinzu. Hierbei handelt es sich nicht um petzen.

 

Kinder, die die Stopp-Hand-Regel missachten, müssen eine Wiedergutmachung leisten. Die Möglichkeiten hierfür wurden in der Projektwoche von den Kindern selbst erarbeitet:

 

 

Wiedergutmachungen:

Die Hand geben und sagen, dass es mir Leid tut, und

- einen netten Brief schreiben

- ein schönes Bild malen

-etwas teilen

- etwas waschen, was ich schmutzig gemacht habe.

- mich mit dem anderen aussprechen und erklären, warum es passiert ist.

 

Für die Schlichtung einer Streitigkeit, zu der sich die Kinder eine Lehrerin hinzuziehen können (was in den meisten Fällen auch geschieht), wurde folgender Ablauf vereinbart und eingeübt:

 

  • Einleitung: Den Boden bereiten

Es gibt keinen Richter, aber es gibt Regeln

 

  • Klärung; Ein Konflikt- zwei Wahrheiten

Jeder hat seine Sicht der Dinge. Jeder ist auf seine Art verletzt

 

  • Lösung: Einen Schritt auf den anderen zumachen

Verhandeln und Kompromisse finden

 

  • Vereinbarung / Wiedergutmachung

Wer macht was, wann und wo?

 

Begleitet wurde die Projektwoche durch einen Elternabend, an dem den Eltern die verschiedenen Angebote der Projektwoche und die mit den Kindern erarbeiteten Verhaltensregeln vorgestellt wurden. Einige exemplarische Angebote wurden am Abend von den Eltern auch praktisch erprobt. Dies war im Nachhinein sehr wichtig, da die Kinder die erlernten Verhaltensregeln wie beispielsweise die „Stopphand”-Regel auch im privaten Bereich nutzen.

 

Da wir den Umgang der Kinder miteinander seither als viel rücksichtsvoller erleben, Konfliktsituationen seltener entstehen bzw. die Kinder sie häufiger ohne Hilfe lösen können und wir die Pausen wieder als entspannter empfinden, haben wir uns vorgenommen, jährlich in ein paar Projekttagen, die wichtigsten Bestandteile der Projektwoche aufzufrischen. Außerdem werden mit allen Schulneulingen kurz nach Schuljahrsbeginn die geltenden Regeln eingeübt.

 

Außerschulische Lernorte

 

Um das Lernen im Unterricht mit der Lebenswirklichkeit unserer Kinder in Verbindung zu bringen, ist es uns wichtig, so oft wie möglich auch den „Ort des Geschehens” aufzusuchen. So führen uns regelmäßige Unterrichtsgänge in den nahen Wald mit seinen Wiesen und Weihern, zur Kartoffelernte bei Bauer Schröter, in die Gärtnerei oder zur Kirche und den übrigen Fischenicher Sehenswürdigkeiten. Regelmäßig besuchen wir die Stadtbücherei Hürth, das Schauspielhaus und das römisch-germanische Museum in Köln, das Max-Ernst-Museum und das Schloss in Brühl, das Freilichtmuseum in Kommern oder das Neanderthalmuseum. Zu Beginn des 4. Schuljahres gehen die Kinder auf gemeinsame Klassenreise und machen eine Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten des Rhein-Erft-Kreises.

 

Lesende Schule

 

Nicht zuletzt die Diskussion um die PISA- und Iglu-Studien haben gezeigt, wie wichtig der Ausbau von Lesemotivation ist. Da Kindheit heute aber durch vielfältige Reize wie Fernsehen, Gameboy, Computerspiele und ausgeklügeltes Spielzeug immer seltener mit dem Buch in Berührung kommt, sind wir der Auffassung, dass ein herkömmlicher Deutschunterricht allein, die mangelnde Begegnung mit Literatur nicht kompensieren kann. Daher versuchen wir die Motivation für das Lesen von Büchern auf anderen Wegen zu erreichen. Wir sprechen hier von extrinsischer Motivation, einer Motivation, die auch durch äußere Gegebenheiten an das Kind heran getragen wird.

 

Das haben wir bisher erreicht:

 

  • Einrichtung von Leseecken in jeder Klasse

Kinder können sich während der freien Arbeit zum selbstvergessenen Lesen zurückziehen. Die Leseecken werden durch ein regelmäßig von der Stadtbücherei zur Verfügung gestelltes Sortiment ergänzt.

 

  • Leseeltern

In einigen Stunden lesen Kinder eingeladenen Eltern selbst ausgesuchte Texte vor.

 

  • Klassenlektüren

In den Klassen wird regelmäßig zu einem gemeinsamen Buch gearbeitet. Die Schule verfügt über zahlreiche Lektüren für verschiedene Klassenstufen für die Hand der Kinder.

 

  • Lesestunden

In den Stundenplan integrierte Lesezeiten, in denen die Kinder in einem Buch ihrer Wahl lesen.

 

  • Schulbücherei

Vom Förderverein unterstützte und von Eltern geleitete Bücherei, in der die Kinder täglich lesen und Bücher ausleihen können.

 

  • Lesenächte

Kinder übernachten in der Schule und erleben Nächte, in denen das Lesen wichtiger ist als das Schlafen.

 

  • Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei

Regelmäßiger Besuch der Stadtbücherei, Nutzung der projektbezogenen Medienboxen und Leserucksäcke sowie Teilnahme an Autorenlesungen.

 

  • Antolin

Durch die “Antolin”-Schullizenz hat jedes Kind eine besondere Möglichkeit der Würdigung seines Gelesenen. Eltern und Kolleginnen arbeiten fast täglich mit den Kindern am Antolin-Leseprogramm.

 

  • Verknüpfung des Lesens mit anderen Medien

Schaffung von Lesemotivation durch Filmnachmittage, Theaterbesuche und Teilnahme an der Schulfilmwoche.

 

  • Projekte und Projekttage zum Thema Lesen mit „Aktionen rund ums Buch”

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Antolin ist ein interaktives Leseförderprogramm, das im Hinblick auf den Einsatz neuer Medien den Interessen der Schülerinnen und Schüler in einer veränderten Lebenswelt gerecht wird. Es handelt sich dabei um eine durch den Schroedel Verlag innovierte Plattform im Internet, auf der Kinder nach dem Lesen eines Buches die Möglichkeit haben, eigenständig in Form des multiple choice Verfahrens Fragen zum Inhalt zu beantworten. Bei der Bearbeitung der Fragen erhalten die Schülerinnen und Schüler eine direkte Rückmeldung über ihr jeweiliges Leseverständnis, indem sie für jede korrekte Antwort Pluspunkte sammeln und für jede falsche Antwort Punkte verlieren, wobei sich die Anzahl der Punkte pro gegebener Antwort nach dem Schwierigkeitsgrad des gelesenen Buches richtet. Zusätzlich steht den Kindern die Option zur Verfügung, Fragen zu überspringen, so dass ein eventueller Punkteverlust vermieden werden kann. Nachdem die Schülerinnen und Schüler alle Fragen zu einem Buch bearbeitet haben, erhalten sie am Bildschirm eine Übersicht, auf der die erreichte Gesamtpunktzahl sowie die Anzahl der korrekten, falschen und übersprungenen Antworten aufgelistet und die individuelle Leseleistung mit Hilfe einer Prozentzahl dargestellt ist.Die Lehrperson kann jederzeit die einzelnen Leseleistungen bei Antolin zurückverfolgen. Dazu können verschiedene Grafiken aufgerufen werden, die einerseits die Leistung eines einzelnen Kindes pro Buch und andererseits das Leseverhalten der Schülerin oder des Schülers pro Woche widerspiegeln. Gleichzeitig hat die Lehrperson die Option, Urkunden, auf der die Anzahl der gelesenen Bücher sowie die erreichte Gesamtpunktzahl vermerkt sind, auszudrucken, um diese schließlich als zusätzliche Möglichkeit der Lesemotivation einzusetzen

 

Die Arbeit mit Antolin wird durch die Stadtbibliothek Hürth und einigen engagierten Eltern unterstützt: Während uns die Stadtbibliothek regelmäßig über einen längeren Zeitraum ein - neben unserer Schulbücherei - zusätzliches Sortiment von Büchern, die bei Antolin registriert sind, zur Verfügung stellt, leisten die Eltern betreuende und beratende Aufgaben im Umgang mit dem interaktiven Leseförderprogramm, so dass eine tägliche Nutzung von Antolin sichergestellt ist.

 

Brauchtumspflege

 

Sankt Martin

 

Das Fest des heiligen Martin wird bei uns in Fischenich im besonderem Maße gefeiert, weil unsere Pfarrkirche und seit 2007 auch unsere Schule den Namen des Sankt Martinus trägt. So beginnt der Martinstag am Morgen mit einer gemeinsamen Schulmesse, in der Schulkinder meist ein kleines Martinstück vortragen.

 

Schon einige Wochen vor Sankt Martin beginnen die Vorbereitungen auf diesen Tag. Die Musik- und Klassenlehrer üben mit den Kindern die bekannten Martinslieder und studieren neue Lieder ein. Jedes Jahr findet ein großer „Martinsloseverkauf” statt, dessen Hauptgewinne natürlich Martinsgänse sind. Die Kinder verkaufen im ganzen Dorf mit großem Engagement die Martinslose, durch deren Verkauf die Martinsfeierlichkeiten finanziert werden können. Die Klassenlehrer der einzelnen Stufen einigen sich auf ein bestimmtes Laternenmodell, das in den Parallelklassen gebastelt werden soll. Wenn dann jedes Kind stolz seine gebastelte Laterne mit nach Hause genommen hat, ist die wichtigste Voraussetzung für den Martinszug erfüllt.

 

Bei Einbruch der Dunkelheit treffen sich die Kinder unserer Schule und die Kindergartenkinder auf dem Rosellenplatz und stellen sich klassenweise auf.

 

Mit Hilfe der Fischenicher Schützen, die in jedem Jahr unseren Zug begleiten, kann nun der Martinszug durch unser Dorf beginnen. Er nimmt abwechselnd von Jahr zu Jahr seinen Weg durch das Unter - bzw. Oberdorf. Die Anwohner werden alljährlich aufgerufen, ihre Häuser mit Lichtern zu schmücken.

 

Die Kinder singen zum Spiel der begleitenden Musikkapellen die eingeübten Martinslieder und erfreuen sich und die Zuschauer mit ihren leuchtenden Laternen.

 

Selbstverständlich begleitet „Sankt Martin” auf dem Pferd unseren Zug, welcher dann mit dem Martinsfeuer auf unserem Schulhof endet. Während die Kinder das Feuer beobachten, wird noch einmal das Martinslied gesungen. Die Kinder gehen nun in ihren jeweiligen Klassenraum, in dem mit den Klassenlehrerinnen und den Elternvertretern eine kleine Feier stattfindet. Einige Eltern haben heißen Kakao oder Tee vorbereitet, der jetzt getrunken wird. Dazu wird der riesengroße Weckmann verspeist, der unter den Kindern aufgeteilt wird.

 

In der Zwischenzeit verkaufen einige Mitglieder des Fördervereins unserer Schule und der Schulpflegschaft Glühwein, heißen Kakao, Kaffee und heiße Würstchen auf dem Schulhof und vertreiben so den wartenden Eltern die Zeit, bis die Kinder aus den Klassen kommen.