Konzeption zum Präsenz- und Distanzunterricht 

an der Martinusschule Hürth

1.  Vorwort

Die Corona-Pandemie zeigt, dass wir unsere unterrichtlichen Konzeptionen evaluieren müssen, um gleichermaßen eine lernförderliche Verknüpfung bezüglich des Unterrichtens im Lernen in der Schule sowie im Lernen auf Distanz zu gewährleisten.

Das Team der Martinusschule setzt sich intensiv mit der Problematik der sinnvollen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht unter Berücksichtigung der Zweiten Verordnung zur befristeten Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß §52 SchulG, (siehe 2. Rechtliche Grundlagen) an unserer Schule auseinander. Wir sind uns der besonderen Bedeutung für die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung, unseres Erziehungs- und Bildungsauftrages bewusst und nehmen diesen sehr ernst. Daher möchten wir alle beteiligen, Schüler*innen, Erziehungsberechtigte, OGS-Mitarbeiter*innen, Schulsozialarbeiter und unser Kollegium mit einbeziehen und regelmäßig befragen, um unsere Konzeption den aktuellen Bedürfnissen und Notwendigkeiten zielführend anpassen zu können.

Das vorliegende Konzept hat aktuell bis zu den Weihnachtsferien (22.12.20) Gültigkeit und wird im Anschluss evaluiert. Hierzu wird es eine Eltern- und SuS-Befragung geben sowie ein regelmäßiges Austauschformat im Arbeitskreis „PU_DU”, bestehend aus Eltern, Lehrer*innen und Schulleitung geben. Wir sehen uns hier in einem fortlaufenden Prozess, der stetig, aufgrund der aktuellen Herausforderungen, auf den Prüfstein gestellt und ggf. nachgebessert werden muss.

 

2.  Rechtlicher Rahmen

Die rechtlichen Grundlagen werden durch die “Zweite Verordnung zur befristeten Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 SchulG” ergänzt:

Unterrichtsumfang

Unterricht in größtmöglichem Umfang trotz Corona-Pandemie (§ 1)

Distanzunterricht

Falls nach Ausschöpfen aller Möglichkeiten Präsenzunterricht nicht vollständig möglich ist, findet Unterricht mit räumlicher Distanz in engem und planvollem Austausch der Lehrenden und Lernenden statt (Distanzunterricht). (§ 2 Abs. 2)

Gleichwertigkeit

Distanzunterricht ist inhaltlich und methodisch mit dem Präsenzunterricht verknüpft und diesem im Hinblick auf die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden der Schülerinnen und Schüler wie der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte gleichwertig. (§ 2 Abs. 3)

Organisation

Die Schulleiterin oder der Schulleiter richtet den Distanzunterricht im Rahmen der Unterrichtsverteilung ein und informiert die Schulkonferenz sowie die Schulaufsichtsbehörde darüber (§ 3). Der Distanzunterricht beruht auf einem pädagogischen und organisatorischen Plan.

Pflicht

Die Schülerinnen und Schüler erfüllen ihre Pflichten aus dem Schulverhältnis im Distanzunterricht im gleichen Maße wie im Präsenzunterricht. (§ 6 Abs. 1)

Zusammenarbeit mit Eltern 

Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass ihr Kind der Pflicht zur Teilnahme am Distanzunterricht nachkommt. (§ 6)

Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung erstreckt sich auch auf die im Distanzunterricht vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler. (§ 6 Abs. 2) Klassenarbeiten und Prüfungen finden in der Regel im Rahmen des Präsenzunterrichts statt. (§ 6 Abs. 3)

 

3. Organisation

Räumliche Voraussetzungen:

Die Klassen- und Fachräume unserer Schule können für den Präsenzunterricht durchgehend genutzt werden. Für ggf. einzurichtende sogenannte „study halls” zum individuellen und ruhigen Arbeiten für Schüler*innen, die unabhängig von der  häuslichen Situation zu Zeiten des Distanzunterrichts Unterstützung benötigen, stehen der PC-Raum, das Forum, der DaZ-Raum sowie der Förderraum zur Verfügung. Dies muss im Bedarfsfall mit dem Schulträger entsprechend abgesprochen sowie in der Lehrerkonferenz beschlossen werden.

Technische Voraussetzungen:

Für das digitale Lernen in der Schule stehen ein Computerraum mit 18 PC-Lernstationen sowie je Klasse zwei weitere Computer zum Lernen zur Verfügung. Die Endgeräte sind in unser pädagogisches Netz sowie das Internet eingebunden. An den PC-Lernstationen sind Headsets (beispielsweise für Audiokonferenzen oder Lern-Apps) angeschlossen.

Zeitnah werden darüber hinaus über das WLAN ein MacBook sowie ein Klassensatz iPads integriert. Über die iPads und ihre integrierte Kamerafunktion können neben den üblichen (Lern-)Apps auch Videokonferenzen durchgeführt werden.

Für das Lernen zu Hause benötigen die Kinder ein digitales Endgerät, dass internetfähig ist und sowie im besten Fall eine Kamera aufweist. Für Kinder (aus bedürftigen) Familien, die kein entsprechendes Gerät zu Hause haben, werden seitens der Schule (Stadt Hürth) Notebooks zur Verfügung gestellt (ausgeliehen). Darüber ist ein Internetzugang soweit eine aktuelle Mailadresse Voraussetzung, um die entsprechenden Lern- und Kommunikations-Apps aufzurufen.

 Planerische Voraussetzungen:

Die Organisationsverantwortung der Wochenplanungen für den Präsenz- und Distanzunterricht liegt bei den Klassenlehrerinnen, die durch die Fachlehrer*innen unterstützt wird. Im Präsenzunterricht planen die Stufenteams wöchentlich (montags), im Distanzunterricht per Videoteamsitzung über Office 365 (aktuell noch mit der Probeversion). Hierbei werden Protokolle angefertigt, die im Anschluss für alle Teammitglieder einsehbar sind. Die Teamkoordinatorinnen der 1/2 und der 3/4, die zudem Mitglieder der Steuergruppe „Schulentwicklung” sind, stehen im regelmäßigen und engen Austausch mit der Schulleitung, stimmen sich ab und beraten die nächsten Schritte (siehe auch: Kommunikationsraster unter 4. Kommunikation und Feedback).

Die Klassenlehrerinnen erarbeiten im Team einen Lernplan für eine bzw. zwei Wochen. In Phasen des Distanzunterrichts wird der Wochenplan per Mail an die Erziehungsberechtigten gesendet bzw. in der MNSPRO Cloud abgelegt (aktuell warten wir hier auf die Freigabe durch die Stadt Hürth). Familien, die wir digital nicht erreichen können, können sich die Materialien am Ausgabetag in einem vorgegebenen Zeitfenster in der Schule im jeweiligen Klassenraum bzw. auf dem Schulhof abholen. Die äußere Form des Lernplans ist in allen Stufen gleich, in den Stufen 3/4 wird er noch komplettiert durch das Formulieren eines individuellen Lernziels (siehe Anlage: Lernpläne).

Die Lernpläne sind differenziert angelegt, fördern das selbstgesteuerte Lernen und beinhalten analoge sowie digitale Aufgabenformate (siehe: Punkt 5. Lernen). Sie haben verpflichtende Aufgaben, selbstgewählte SuS-Aufgaben sowie qualitativ und quantitativ differenzierte Zusatzaufgaben. Zudem bieten sie Platz für ein Schüler*innen-, Lehrer*innen und Elternfeedback. Die Arbeit mit diesen Lernplänen ist allen Schüler*innen und Erziehungsberechtigten bekannt und sorgt somit bei allen Beteiligten für Sicherheit und Transparenz.

Organisation der Materialausgabe (Lernplanmaterial für den Distanzunterricht):

Das Arbeitsmateiral wird pro SuS in einem Jutebeutel mit Namensbeschriftung des Kindes im Fall eines notwendigen Distanzunterrichts von der Klassenlehrerin (im Erkrankungsfall von der Teamkollegin) mit allen notendigen Plänen, Arbeitsheften, Informationsschreiben bepackt wird. Die Tische der SuS sind ebenso mit einem Namensschild versehen. Um bei einer Teilschließung möglichst wenigen anderen Personen im Schulgebäude zu begegnen, können die Erziehungsberechtigten zwischen 8.15 Uhr - 9.00 Uhr, 10.15 Uhr - 11.00 Uhr bzw. 16.15 Uhr - 17.00 Uhr den Materialbeutel im Klassenraum abholen. Falls ein Betreten der Schule nicht möglich ist, findet die Übergabe auf unserem sogenannten Ruheschulhof sowie gr. Schulhof (je nach Schulstufe) statt.

Organisationsformen im Schulbetrieb:

Präsenzunterricht Die regulären Abläufe und Stundenpläne sowie die regulären Kommunikationswege greifen. Es finden mindestens drei Stunden Präsenzunterricht pro Tag statt.Aktualität der Kontaktdaten und hinterlegte Notfallnummern werden geprüft; Kommunikationswege für den Notfall abgestimmt und allen transparent gemacht.Vorbereitung auf mögliches Distanzlernen -> Methoden- und Medienkompetenz schulen (siehe Punkt 5.Lernen)
Erkrankung einer Klassenlehrerin Vertretungskonzept greift (FL: Fr. Bell, Fr. Konken, ab 17.11.20 auch Fr. Räuber)Teamkolleginnen unterstützen die Vor- und Nachbereitung des Klassenunterrichts (Teamkoordination 1/2  Fr. Tesch, 3/4  Fr. Stäbler)
Erkrankung mehrerer Teammitglieder Einrichtung des Distanzlernens:Vertretungskonzept für den Distanzunterricht greift; Stufenteam 1/2 oder 3/4  leiten Vorbereitung der Übergabe der Lernpläne, die Videosequenzen, die Elternarbeit. Fachlehrerinnen unterstützen die Arbeit z.B. durch Materialerstellung, Erklärvideoerstellung, Korrekturarbeiten.Da die Erstklässler im selbstregulierenden Lernen die wenigsten Erfahrungen haben, bleiben die Stufen 1/2 soweit möglich immer im Präsenzunterricht. Zunächst gehen die drei Klassen 3a-c in den Distanzunterricht, falls nötig folgt die 4a-b. Hierbei findet der Wechsel in der Regel nach 2 Tagen statt.
Klasse in Quarantäne Klassenlehrerin leitet den DistanzunterrichtStufenteam unterstützt
Risikogruppe Lehrerin Aktuell nicht vorhanden

 

4.  Kommunikation und Feedback

Um die Rahmenbedingungen für eine größtmögliche Verlässlichkeit und Sicherheit für alle Beteiligten in allen möglichen Settings zu gewährleisten, sind u.E. verbindliche Absprachen zu einheitlichen Informations- und Kommunikationsstrukturen von entscheidender Bedeutung. Diese haben wir in folgender Tabelle für die unterschiedlichen Kommunikationspartner zusammengefasst:

Kommunikation- und Feedbackkultur im Präsenz- und Distanzunterricht:

Kommunikations-
anlass
Präsenzunterricht Distanzunterricht
Kommunikation
SuS  L.

(SuS Sorgen, Fragen, etc.)

Indiv. Gespräche vor, während und nach dem Unterricht

Elterngespräch

SL-Gespräch

Kleingruppengespräch

„Regel-Pause”

Klassenrat/ Schülerparlament

Sozialkompetenz: „Sonnenheft”, „Ich-schaffs-Programm”

Indiv. Förderpläne im Gespräch

SuS Sprechstunde 3/4 (nach Möglichkeit)

Telefonat mit KL 1-2x wöchentlich

Telefonat ad hoc in Krise

Emailkontakt der SuS (nach indiv. Bedarf)

 

Videogespräch

L.  SuS Feedback

(zu Aufgaben, Lernplänen, Leistungsstand etc.)

Indiv. Gespräche vor, während und nach dem Unterricht (in Kombination mit Selbsteinschätzung)

Schriftl. Kommentierung in den Fächern,

Leistungsbewertung und Kommentierung

Lernplan

Feedback zum Lernplan, SuS-Arbeiten

Telefonat mit KL 1-2x wöchentlich

Email L.- SuS

SuS  L. Feedback Lerntagebuch 3/4

„WIR-Woche” Eigene Themen und Präsentationstechnik

Klassenrat 1-4 (Was hat mir gut gefallen und warum? Welche Methode war gut etc.?)

Bezug Unterricht und/ oder Schulwoche allgemein

Telefonat ad hoc in Krise

U.Std. u.U.-reihen: Feedback durch „Zielscheibe, Blitzlicht, Daumenprobe”

Lerntagebuch 3/4

Klassenrat: Videokonferenz

Telefonat mit KL 1-2x wöchentlich

Telefonat ad hoc in Krise

SuS  SuS Feedback Diff. Unterrichtsformate, z.B. Mathekonferenz, SU, Schreibkonferenz

PA und GA

Klassenrat (Wochenrückblick, Ziel der Woche, Warme Dusche etc.)

Schülerparlament

Schülerhelfer*innen in den Pausen

Präsentation von Unterrichtsergebnissen, Referate

Feedback Klassenratsleitung 1-4

Im Unterricht : „Meeting Point” 1-4

Videokonferenz

 

Videokonferenz

 

Videokonferenz, Padlet

 

Videokonferenz

KL. - Erz.ber.

Fl.  Erz.ber.

Schulsozialarbeiter  Erz. Ber.

Schulleitungsteam  Erz.ber.

OGS-Leitung Erz.ber

Emailkontakt von Elternseite dient der Terminvereinbarung für ein Gespräch bzw. Telefonat

Individuelle Beratungszeit nach zeitnaher Terminvereinbarung (Feedback, Verhalten, Leistung d. SuS, Lernplan etc.)

Emailkontakt mit OGS-Leitung dient zusätzlich noch der Informationsweitergabe im Krankheitsfall des Kindes und bei veränderter Entlasszeit Elternsprechtage

Klassenpflegschaftssitzungen

Schulpflegschaft

Schulkonferenz

Förderverein

Infoabende zu verschiedenen Themen

Telefonate ad hoc in Krise

Mailkontakt (Antwort innerhalb von 3 Werktagen)

 

Emailkontakt von Elternseite dient der Terminvereinbarung für ein Gespräch bzw. Telefonat

Individuelle Beratungszeit nach zeitnaher Terminvereinbarung (Feedback, Verhalten, Leistung d. SuS, Lernplan etc.): Telefonisch; ggf. Einzelgespräch je nach Coronalage (Quarantäne, Lockdown etc.)

Elternsprechtage: Telefonisch; ggf. Einzelgespräch nach Coronalage

Klassenpflegschaftssitzungen: Videokonferenz

Schulpflegschaft: Videokonferenz

Schulkonferenz: Videokonferenz

Telefonsprechstunde (1x wöchentlich bei KL nach vorheriger Anmeldung)

Telefonate ad hoc in Krise

Mailkontakt (1x wöchentlich , Antwort innerhalb von 3 Werktagen)

Anmerkung:

Grundsätzlich ist das persönliche Gespräch dem Telefonat, dem Emailkontakt vorzuziehen (direktere Kommunikation)!

Anmerkung:

Videogespräche und Videokonferenz nach Installierung durch die Stadt Hürth

L.  L.

SL  L.

Wöchentliche Teamsitzungen (montags) für Unterrichtsvor- und -nachbereitung, Lernplanerstellung, Fallberatung etc.

Protokolle werden erstellt, SL vorgelegt und sind im Anschluss zur Einsicht im Lehrerzimmer in den entsprechenden Ordnern abgeheftet

Monatliche Lehrerkonferenzen und Dienstbesprechungen alle zwei Wochen (Leitung Schulleitungsteam)

Wöchentliche Teamsitzungen 1/2 und 3/4 (montags) über Office 365 Teams für Unterrichts Vor- und Nachbereitung, Lernplanerstellung, Fallberatung etc.

Protokolle werden erstellt, SL im digitalen Ordner in Teams vorgelegt und sind im Anschluss zur Einsicht unter der Datei „Stufenteams nachzulesen

Wöchentliche Lehrerkonferenzen (Leitung Schulleitungsteam)

5.   Lernen

Unsere Maxime:

„Plane den Unterricht stets so, dass er mit möglichst wenigen Änderungen sowohl im schulischen Kontext im Regelbetrieb als auch im reinen Lernen auf Distanz umsetzbar ist!”

Selbstorganisation des Lernprozesses

 Unsere Schüler*innen werden im Präsenzunterricht schrittweise und unter Beachtung der Leitlinie “So viel Vertrauen und Freiheit wie möglich, so viel Kontrolle und Struktur wie nötig” (Impulspapier des Ministeriums) an selbstgesteuertes Lernen herangeführt. Diese Förderung der Selbständigkeit ist für das Lernen auf Distanz natürlich von großer Bedeutung. Die Martinusschule arbeitet zur Förderung der Selbständigkeit schon seit einiger Zeit mit sogenannten “Lernplänen”, welche nun im Hinblick auf ein ggf. stattfindendes Lernen auf Distanz modifiziert wurden.

Alle Schüler*innen der Martinusschule arbeiten mit Lernplänen in Form von Wochenplänen. In den Stufen 1/2 gibt es Einwochenpläne und in den Stufen 3/4 Zweiwochenpläne. Die Bearbeitung erfolgt sowohl im Unterricht als auch in der Lernzeit (30 Minuten in 1/2, 45 Minuten in 3/4) in der OGS oder zu Hause. Der Lernplan umfasst alle unterrichteten Fächer, wobei im Präsenzunterricht nicht jeder Lernplan alle Fächer enthält. Die Fächer Deutsch und Mathematik sind obligatorischer Bestandteil jedes Lernplans. Im Distanzunterricht wird nach Möglichkeit - in Abhängigkeit von der zeitlichen Dauer des Distanzunterrichts - jedes Unterrichtsfach im Lernplan abgebildet.

Der Lernplan umfasst Pflichtaufgaben, die von allen Kindern zu bearbeiten sind. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, individuelle Aufgaben zur Förderung und Forderung hinzuzufügen. Die Auswahl der Aufgaben (Reihenfolge) erfolgt zunehmend selbstorganisiert nach bestimmten Vorgaben (angefangene Aufgaben zu Ende bringen, abwechselnd Aufgaben aus unterschiedlichen Fächern etc.).
Ab Klasse 3 ist der Lernplan im Sinne des Spiralcurriculums umfangreicher und differenzierter gestaltet. Hier legen die Kinder zu Beginn des Lernplans ein individuelles Ziel (sozial, organisatorisch oder inhaltlich) für die Woche fest. Jeden Tag schätzen die Kinder ihr Lernverhalten nach dem Ampelsystem ein. Am Ende der Bearbeitungszeit wird das festgesetzte Lernziel überprüft. Auf jedem Lernplan haben die Kinder, Lehrer*in, Eltern und OGS die Möglichkeit Rückmeldungen zum Inhalt oder Lernen zu geben.

Dadurch, dass die Schüler*innen mit den Arbeiten an den Lernplänen vertraut sind, werden diese auch für den Distanzunterricht so weitergeführt. So ist ein reibungsloser Wechsel von Präsenz- zu Distanzunterricht gewährleistet. Im Falle eines Distanzunterrichts wird die Arbeit an den Lernplänen ergänzt beispielsweise durch Erklärvideos, Videokonferenzen und individuelle Kontakte zwischen Schüler*in und Lehrer*in.

Das Material für die neuen Lernpläne kann in Zeiten von Distanzunterricht digital verschickt werden, von den Erziehungsberechtigten in der Schule zu vorgegebenen Zeiten abgeholt werden bzw. per Post oder durch Boten verschickt werden.

Arbeitstechniken

In allen Schulstufen werden verschiedene Arbeitstechniken und Lernstrategien im Sinne des Spiralcurriculums erarbeitet. Selbstverständlich kann bei Schulneulingen nicht davon ausgegangen werden, dass diese die genannten Methoden bereits beherrschen, insbesondere bei noch fehlender Lesekompetenz. Der Unterricht richtet sich aber von Anfang an darauf aus, dass die Kinder die Methoden zügig kennenlernen und umsetzen können. Hier liegt der Schwerpunkt der ersten Unterrichtsmonate auf dem kontinuierlichen Anbahnen der Methoden- sowie Medienkompetenz der Schüler*innen.

Ab Klasse 1:

  • Präsentationen: Präsentation werden in allen Fächern in unterschiedlichen Formaten durchgeführt (beispielsweise Mathekonferenz, Museumsgang, Vorstellung eines Plakates, Gedichtvortrag, Tanzvorführung, …).
  • Selbstkontrolle: Den Kindern werden verschiedenartige Möglichkeiten zur Selbstkontrolle angeboten und sie erlernen diese sinnvoll zu nutzen.

Ab Klasse 2:

  • Lesestrategien: Die Kinder erlernen immer wieder die unterschiedlichsten Lesestrategien und wenden diese (zunehmend) selbstständig bei verschiedenen Texten (D, M, SU, …) an. Es hilft ihnen Texte zu verstehen und Informationen zu entnehmen.
  • Recherchen: Die Kinder üben das Suchen nach Informationen in Büchern, Heften, Texten (allgemein) und im Internet (über verschiedene kindgerechte Suchmaschinen z.B. Blindekuh, fragFINN). Sie üben das Notieren sowie Markieren relevanter Informationen für eigene Texte, Referate oder Präsentationen.

 Ab Klasse 3:

Lerntagebuch: Lerntagebücher werden punktuell zu bestimmten Themen (Schwerpunkt im Sachunterricht, aber auch Mathematik) angelegt und geführt. Hier wird auch die Selbstreflexion trainiert.

Portfolio: Im Fach Englisch wird die Selbstreflexion durch ein Portfolio, das Bestandteil unseres Lehrwerkes „Sally” ist, angebahnt und trainiert. 

Medienkompetenz / Apps

 Im Distanzlernen kommt der Medienkompetenz der Kinder eine besondere Bedeutung zu. Digitale Lernprogramme und Lernapps sind durch ihren motivierenden Charakter gerade im Distanzlernen geeignete Übungsformate. Das bedeutet, dass im Präsenzunterricht alle Kinder von Schulbeginn an darauf vorbereitet werden müssen, wie sie auch von zu Hause aus ihre (digitalen) Aufgaben wahrnehmen können. Lernen mit Medien (neuen wie alten) ist in unserem Medienkonzept schon lange fest verankert. Der Medienkompetenzrahmen NRW sowie unser schulinternes Medienkonzept sehen vor, dass das Lernen mit neuen Medien in die Lernprozesse der Kinder systematisch integriert wird.

Sowohl im Präsenz- als auch im Distanzunterricht wird der Lernprozess durch die Arbeit mit Medien begleitet, bereichert und unterstützt. Hierfür eignen sich besonders spezielle Apps, die für Übungssequenzen in unterschiedlichen Fächern eingesetzt werden können. Zudem werden auch basale Fertigkeiten vermittelt, die wichtig sind für den Umgang mit digitalen Endgeräten.

Die Kinder üben den Umgang mit unterschiedlichen Apps, das Anmelden, Abmelden, Aufrufen der vorgegebenen Inhalte (Lernplan), …

  • ANTON
  • Antolin
  • Mathepirat
  • Lernwerkstatt (nur in der Schule)

Neben der Arbeit bzw. dem Lernen mit den Apps werden die Kinder auch im weiteren Umgang mit Computern und Programmen eingeführt:

  • Tippkurs
  • Word (PowerPoint)
  • Suchmaschinen (fragFINN, Blindekuh, helles Köpfchen, ….)
  • Padlet

Die Schüler*innen nehmen selbstständig die Inbetriebnahme des Endgerätes vor und beenden die Arbeit sachgemäß. Sie geben Passwörter ein, die sie für die Anmeldung des Computers und der Programme und der Apps benötigen. Selbstständig werden die jeweiligen Lernapps und -programme benutzt.

Sie entnehmen Informationen (Video-, Audio- und Textdateien.)

Die Schüler*innen lernen die Tastatur des PCs und den Umgang mit der kennen. Sie schreiben eigene Texte in der freien Schreibzeit oder schreiben vorgegebene Texte auf dem PC ab. Dateien werden gespeichert, so dass sie wieder benutzt werden können.
 

Medienkompetenz

Übersicht / Verteilung auf die Stufen

Klasse 1

  • Umgang mit booki in Klasse 1
  • Anmelden / Abmelden am Computer Klasse 1 (- 4)
  • Umgang mit Tastatur und Maus
  • Musik / Geräusche / Klanggeschichte aufnehmen
  • Anton App, Lernwerkstatt, Antolin (je nach Lesekompetenz)

Klasse 2

  • Vertiefung Umgang mit der Tastatur (Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen etc.)
  • Kleine Texte abtippen
  • Suchen unter Anleitung Informationen in Druck- und/oder elektronischen Medien
  • Video-, Audio- und Textdateien Informationen entnehmen

Klasse 3

  • Kennenlernen der Tastatur bzw. festigen und Tippkurs
  • Texte abtippen und formatieren / gestalten
  • Freies Schreiben im Textprogramm (Word o.ä.)
  • Dateien abspeichern, wiederfinden und aufrufen, ändern und wieder speichern
  • Ordnerstruktur kennen und durchblicken
  • Fachbegriffe
  • Email schreiben (Briefe am PC)
  • Kommunikation mit der Klasse bzw. Partnerklassen
  • Internetsuche vertiefen
  • Selbstständiges Anmelden bei den Apps und richtiges abmelden
  • Links aufrufen
  • Anhänge hochladen (z.b. Padlet)
  • Inhalte kopieren und einfügen bzw. ausschneiden
  • Hörspiel aufnehmen
  • Sensibler Umgang mit Daten (pers. Daten)
  • Informations- / Medienkritik - Bewusstsein schaffen für kritischen Umgang mit Medienquellen (Fake News u.a.)

Klasse 4

  • Bildbearbeitung / Verfremdung von Bildern
  • Digitale Präsentation erstellen (PowerPoint)  - oder 4
  • Kommunikation mit Partnerschulen / mit der Klasse bzw. Partnerklassen

Kompetenzen (besonders in Pandemiezeiten)

  • Anmelden / Abmelden bei Apps
  • Links aufrufen (Audio, Video, …)
  • Tippen / Tastatur (Umgang mi der Maus)
  • Email schreiben, Anhänge anfügen
  • Ggf. Präsentation
  • Dateien hochladen

Förderung der Kompetenzen in festgelegten Medienzeiten

  • Zu Beginn 1-2 mal wöchentlich
  • später in Abhängigkeit vom Unterrichtsthema / Lernplan, Aufgaben

 
6.    Leistungsbewertung

 Die Leistungsbewertung muss von unserem Team so angelegt sein, dass sie die Lernentwicklung bzw. den Lernstand der Schüler*innen angemessen erfasst und somit dann Grundlage für die weitere Förderung des Kindes ist. Hier ist neben der Produktorientierung, die Prozessorientierung zu berücksichtigen.

In unseren Rückmeldungen an die Schüler*innen werden Stärken und Schwächen kommentiert und Hinweise zum Weiterlernen gegeben. Für den Distanzunterricht sind prozessbegleitende und entwicklungsorientierte Feedbackphasen sowohl durch die Mitschüler*innen als auch die Lehrer*innen wichtig. Diese werden hier im Distanzunterricht durch Telefonate, Messangerdienste bzw. individuelle Videochats realisiert.

Die schriftlichen Lernzielkontrollen werden in der Regel im Präsenzunterricht nach ggf. 1-2 Wochen Distanzunterricht in der Schule geschrieben. Ergänzt werden diese durch Lernzielkontrollen in persönlicher Kontaktaufnahme, so können Kleingruppen oder einzelne Schüler*innen analog oder digital, wenn dies notwendig ist, überprüft werden. Zudem werden die sichtbaren Ergebnisse der Online-Portale mit in die Leistungsbewertung mit einbezogen.
 

7.    Evaluation

Für das Team der Martinusschule ist es selbstverständlich ein neues Konzept zu evaluieren, auf den Prüfstein zu stellen, um ggf. Änderungen vorzunehmen bzw. die Arbeit zu bestätigen. Dabei werden alle Akteursgruppen in der Schule (SuS, Pflegschaft, Kollegium, Schulleitung) sowie unsere Erfahrungen mit Quarantänefällen an unserer Schule mit einbezogen.

In Planung ist ein gemeinsamer Evaluationsbogen aller Hürther Grundschulen für das Distanzlernen im Allgemeinen. Wir pflegen einen intensiven Kontakt mit unseren Schüler*innen durch Klassenrat und Schülerparlament und kommunizieren regelmäßig mit der Schulpflegschaft, um alle Beteiligten und ihre Ansichten zu hören und zu berücksichtigen.

Falls wir im Distanzunterricht arbeiten, werden die Schüler*innen wöchentlich kontaktiert, um auch hier ein Feedback einzuholen und die entsprechenden Ergebnisse zu berücksichtigen.